Berliner Tagebuch #2

von Alfriede Kerl

Zum Frühstück T. im 3-Minutes-s.m. getroffen. T. arg verstimmt und übellaunig: Besser gar kein Rendezvous als ein Schlechtes! Jammerorgie! Während er (T.) vorgestern nach dem Essen erwartungsvoll im Hotelzimmer saß, klappte sie (das Rendezvous=IT-Beraterin) vor seiner Nase das Bügelbrett auf! Ausgerechnet! DAS hätte er auch bei seiner Frau haben können! Und dafür das sündhaft teure Essen!

Dann wurde erstmal geduscht (nur sie)! Abgeschlossen sogar! Während er einfach nur da saß und wartete. Immerhin hatten die vom Hotel einen Autoauktionskatalog aufs ovale Mahagonitischchen gelegt. Sie über eine dreiviertel Stunde in der Dusche! Er dafür den Maserati Quattroporte, taxiert auf 9.000-12.000 englische Pfund. Schickte er gleich an seinen Freund O.. Der beanstandete prompt die Probleme mit den Nockenwellen. Jaguar E-Type zu teuer, der BMW Z1 in dunkelgrün metallic, formely owned by Bernard Sumner von New Order, weckte O.s Interesse.

Endlich hatte das Gedusche ein Ende. Und auch die Nockenwellendiskussion mit O.. Aber dann wurde erstmal der Koffer gepackt und die Sachen für den nächsten Tag rausgelegt. Bluse aufs Bügelbrett. Nach Teamterminkoordination ihrerseits für den nächsten Morgen und längerem Teamterminkoordinierungstelefonat mit dem russischen Kollegen V. (nachts um halb eins!) ein bisschen liebloses Herumgemache. Quel Blamage!  T.  zutiefst deprimiert! T. in Tränen! Herzliche Enttäuschung über seine nachlassenden Qualitäten als Liebhaber und nicht mal einen Quattroporte kann er sich leisten! Morgen kriegt er Pillen.