Archiv für den Monat Juni 2018

Irgendwann muss man aus Tel Aviv zurück in die Heimat und bereits nach zweieinhalb Tagen im “Big-Apple des Nahen Ostens” seufzt man kummervoll: “Boah, geht’s eigentlich noch, Deutschland?” Gemeint ist The German Regulierungswut. Fahrradhelme, Leinenzwang, Rauchverbot, Gesundheitstage, Fahrradpolizei, Vorschriften zum Verbot von Kindergartenübernachtungen, Aktionstage gegen Falschparker, Erlaubniserklärungen und Unterschriften für Waldwochen, Lebensmittelampeln, DSGVO, Wifi-Bedenken, Verbot von Cannabis usw.. Und man fragt sich bei vielen der Besser-Leben-Ratschlägen: Ist das noch Nudging oder bereits eine ausgewachsene Neurose? Sicherlich mag das alles sinnvoll sein, aber man fühlt sich schon wie ein Punk, wenn man sein Kind auf dem Gepäckträger, ohne Helm und Anschnallgurt vom Kindergarten nach Hause trampelt – toll! Freiheit! Fuck the system!

In Tel Aviv ist das meiste natürlich auch verboten und Gepäckträgerfahren ist dort bestimmt mindestens so kriminell wie in Deutschland, es schert hier nur keinen. Brauche ich nicht Lampen an meinem Rad, will ich vom Fahrradverleiher wissen. “Yeah, you can take some, but you don’t need them.” “And the police? (I’m coming from Münster, will ich fast ergänzen)” Schulterzucken: “Believe me! You won’t need.” Weiterlesen

Zuckerdosen mit Goldrand,
und Jungmadamsen an Tischchen,
sitzen an der Abrisswand.
Auf Omas Sesseln in beige Velours,
drei Herren mit Bart, einsam, ein bisschen.
wünschen sich was und träumen nur.
Suchende Blicke,
Käsensahnestücke.
Die Damen ignorant.
Tragen schwarze Mappen,
und Start-Up-Gedanken.
Ein neues Wasser mit Soda?
Viel Capital-Venture, oder?
Gestrickte Pullis,
Gezückte Kulis.
Auf Sofas mit Fransen dran.
grübeln überm Businessplan.
Also, nee!
Dann geht der Mann.